Bewerbungsunterlagen


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07.01.2009

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Kritische Punkte im Lebenslauf

Trotz aller Informationen, Ratgeber und Hilfen, gibt es Punkte, die immer wieder falsch gemacht werden oder Themen, vor welchen der Bewerber hilflos steht und nicht weiß, wie er damit am besten umgehen kann.

1. Arbeitslosigkeit

Grundsätzlich gilt, Ihr Lebenslauf darf keine Lücken aufweisen. Längere Ausfallzeiten, wie sie beispielsweise durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Unfallfolgen verursacht werden, müssen Sie unbedingt begründen.

Sie brauchen nicht zu befürchten, gleich aus dem Bewerbungsverfahren aussortiert zu werden, nur weil Sie ein paar Monate arbeitslos waren. Erwerbslosigkeit ist seit Jahren ein allgemeines gesellschaftliches Phänomen. Es aus lauter Scham zu verschweigen, wäre erstens unzulässig, und zweitens ist dies völlig fehl am Platze. Schreiben Sie in die linke Spalte den Zeitraum Ihrer Arbeitslosigkeit und formulieren Sie rechts "Erwerbslos". Viel wichtiger ist für die Personalchefs, inwiefern Sie diese Zeit aktiv genutzt haben, um sich in Ihrem Beruf weiterzuqualifizieren und hierdurch Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbesserten. Die entsprechenden Kurse oder Seminare müssen Sie natürlich auch aufführen.


2. Babypause

Gleiches wie bei Arbeitslosigkeit gilt auch für eine Babypause. Dabei ist es egal, ob Sie die Babypause als Mutter oder Vater gemacht haben. Führen Sie Ihre Babypause in Ihren Lebenslauf auf. Aber auch hier gilt, dass Sie trotz allen Familienstresses dokumentieren, wie Sie sich in dieser Zeit beruflich auf dem Laufenden gehalten haben.


3. Brüche im Lebenslauf

Passt Ihre Qualifikation und Ihr Profil nicht ganz zur Stelle, weil Sie eine Lücke, einen Karriereknick, nicht alle fachlichen Anforderungen erfüllen oder ein unpassendes Alter haben, dann bewerben Sie sich trotzdem bzw. gerade deswegen. Seien Sie selbstbewusst! Stehen Sie zu Ihrem Patch-Work-
Lebenslauf, denn so ist das Leben nun mal. Bewerben Sie sich und stehen zu Ihren Erfahrungen, so wie zu Ihrem Alter. Wir alle sind das Produkt unserer Erfahrungen, die wir gemacht haben und der Erfolge und Niederlagen, die wir in unserem Leben verarbeiten mussten. Es gibt Unternehmen, die wollen echte Persönlichkeiten, Menschen, die eine gewisse Branchenkenntnis mitbringen, über fundierte Führungsqualitäten verfügen, Fähigkeiten zur Selbstmotivation besitzen, über strategische Besonnenheit verfügen und solche, die an konstruktiven Veränderungen mitarbeiten, und keine Energie für "Gehkeile" oder der eigenen Profilierung gegenüber den Kollegen verschwenden. Denken Sie aber immer daran, zu begründen, warum, Sie sich umorientiert haben.


4. Unterlagen fehlen

Wenn Ihnen Unterlagen, Zeugnisse, Zertifikate o.ä. fehlen, durch welche Sie eigentlich einzelne Stationen in Ihrem Werdegang belegen sollten, ist dies natürlich ungünstig.

Wurde Ihnen von Ihrem aktuellen bzw. letzten Arbeitgeber noch kein Zeugnis ausgehändigt; gerade in Großunternehmen kann dies immer mal einige Wochen dauern, so notieren Sie im Lebenslauf an die entsprechende Stelle in kleiner Schriftgröße, "Zeugnis wird bei Erhalt nachgereicht". Dies sollte in aller Regel ausreichen.

Wenn Ihnen aber ältere Unterlagen fehlen, so müssen Sie eine andere Taktik fahren. Hier müssen sie jetzt Mut zur Lücke beweisen. Können Sie für eine bestimmte Berufsstation kein Arbeitszeugnis vorweisen, verfahren Sie nach dem »Anlage-Prinzip«, legen anstelle des fehlenden Zeugnisses ein neutrales Blatt ein, versehen dieses ebenfalls mit dem Anlagevermerk und schreiben Sie: "Ein Arbeitszeugnis wurde durch die Firma XY nicht ausgestellt." Die Begründung, falls es eine solche gibt, heben Sie sich für das Bewerbungsgespräch auf. In einem Vorstellungsgespräch werden Sie zu diesem Punkt garantiert gefragt. Bereiten Sie sich hierzu besonders gut vor. Selbstverständlich muss Ihre Begründung für die fehlende Unterlage logisch nachzuvollziehen sein und allen Nachforschungen hieb- und stichfest standhalten.


5. Lücken im Lebenslauf

Haben Sie eine Lücke im Lebenslauf? Bei einem Lebenslauf mit Defekt gilt vor allem: Machen Sie sich nicht verrückt. Eine Lücke im Lebenslauf zu haben ist natürlich nicht perfekt, aber solange Sie die Lücke erklären können und dahinter stehen, ist diese halb so wild.

Schlimm sind Lücken die sie nicht erklären können oder wollen. Anhand von Schweigen wird der Leser meist einfach das Schlimmste annehmen. Es könnte ja sein, dass Sie faul waren oder wegen kriminellen Handlungen gesessen haben.

Also wenn Sie sich vielleicht nach dem Studium erst mal Zeit für eine Rucksack-Tour durch Australien genommen haben, dann können Sie das doch ganz leicht erklären. Dadurch können Sie sogar ein positives Profil aufzeigen mit interkultureller Kompetenz, Initiative, verbesserte Englischkenntnisse, starkes Selbstbewusstsein, Belastbarkeit und anderes.


6. Fehler in den Angaben

Eine der Wichtigsten Regeln bei der Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen lautet, Fehler in Form und Inhalt unbedingt vermeiden:

Wenn Sie Ihre bisherige berufliche Karriere dokumentieren, schauen Sie bitte vorher unbedingt in Ihren Arbeitsverträgen nach. Dort steht Ihre richtige Jobbezeichnung und nur diese gehört in den Lebenslauf. Achten Sie auch unbedingt auf die korrekte Angabe von jeglichen Daten, insbesondere Datumsangaben. Es ist schon ein Unterschied, ob Sie 03/2002 oder 02/2003 Ihre Ausbildung beendet haben.


7. Strukturlosigkeit

Zeiten der Berufsausbildung, Jobs, Arbeitslosigkeit und Weiterbildung, Babypause, neue Ausbildung u.a. Lebensstationen wechseln sich ständig miteinander ab. Solch eine Lebenshistorie lässt sich nur schwierig in einem [umgekehrt-]chronologischen Lebenslauf gut und übersichtlich abbilden. Wenn Sie in der linken Spalte die Monate und Jahre chronologisch genau aufführen, müssen Sie in der rechten Spalte die Rubriken Ausbildung, Studium, Weiterbildung und Berufsstationen als Überschriften immer wieder neu aufbauen. Das schadet der Übersichtlichkeit und verbraucht viel Platz. Um die Übersichtlichkeit in jedem Fall zu gewährleisten, bleiben Sie in der linken Spalte bei der chronologischen Abfolge aller Stationen und verzichten in der rechten Spalte darauf, die Rubriken Ausbildung, Studium, Weiterbildung und Berufsausübung als Überschriften überhaupt aufzunehmen. Das ist durchaus zulässig und schadet nicht. Umgekehrt können Sie die Rubriken auch beibehalten. Die Chronologie Ihrer Angaben behalten sie dann aber nur innerhalb der einzelnen Rubriken bei.




 
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